Mariabuchen

Die Stille vor dem Osterfest
– Gedanken zur Fastenzeit
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Einstimmung auf die Karwoche


Kloster Marienberg, Burgeis, Südtirol


Ein Weg durch Leid und Hoffnung

Die Karwoche beginnt am Palmsonntag mit dem jubelnden Einzug Jesu in Jerusalem – und endet in der Stille des Karsamstags. Dazwischen liegen einige der tiefsten Tage des christlichen Jahres: Tage des Verrats, des Leidens, des Todes. Und doch: Tage, ohne die es kein Ostern gäbe.

Das Bild der Pietà – Maria, die den Leib ihres toten Sohnes in den Armen hält – ist eines der bewegendsten Motive der christlichen Kunst. Diese Skulptur aus dem Kloster Marienberg in Burgeis (Südtirol) zeigt diese Szene in aller Zartheit und Trauer: eine Mutter, die loslässt, was sie nicht loslassen kann. Ihr Gesicht spricht von Schmerz – und zugleich von einer stillen, unerschütterlichen Würde.


Durch die Dunkelheit – zum Licht

Unser Jahresmotto „Maria führe uns zum Licht" gewinnt in der Karwoche seine vielleicht tiefste Bedeutung. Denn Maria selbst musste durch die dunkelste Nacht, bevor das Licht der Auferstehung die Welt verwandelte.

Sie stand unter dem Kreuz, als alle anderen flohen. Sie hielt aus, was unerträglich schien. Und sie war da – in der Stille des Karsamstags, im Warten, im Nicht-Wissen, was kommt.

Genau darin ist sie unsere Führerin: nicht weil sie den Schmerz erspart, sondern weil sie mitten durch ihn hindurchgeht – und uns zeigt, dass am Ende Licht wartet. Ihr „Ja" zu Gott, das am Beginn ihres Lebens stand, trägt sie bis unter das Kreuz. Dieses Vertrauen ist es, das uns den Weg weist.

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh 8,12)


Was die Karwoche uns sagen kann

Die Karwoche lädt uns ein innezuhalten. In einer Zeit, die auf Schnelligkeit und Zerstreuung ausgerichtet ist, erinnert sie uns daran: Manches braucht Zeit. Manches muss durchlitten werden.

Maria stand unter dem Kreuz. Sie lief nicht weg. Sie hielt aus, was unerträglich schien. Das ist keine Schwäche – das ist eine der größten Stärken, die ein Mensch zeigen kann.
Vielleicht ist das ihre stille Botschaft an uns in diesen Tagen:

Bleib. Halte aus. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.


Tage der Besinnung – konkrete Einladungen

Die Karwoche bietet verschiedene Möglichkeiten, sich innerlich auf Ostern vorzubereiten:

Palmsonntag – Mitgehen beim Einzug, der Jubel und Ahnung zugleich ist
Gründonnerstag – Gedenken an das letzte Abendmahl, die Fußwaschung, die Liebe im Dienst
Karfreitag – Stille, Fasten, Kreuzweg – ein Tag ohne Ablenkung
Karsamstag – Der Tag des Wartens. Vielleicht der menschlichste Tag des Jahres
Osternacht – Wenn aus Dunkel Licht wird


Maria – Begleiterin auf dem Weg beten

Gerade in Mariabuchen, einem Ort des Gebets und der Wallfahrt, ist Maria nicht nur eine historische Figur. Sie ist Begleiterin – für alle, die Schweres tragen, die trauern, die zweifeln, die hoffen.
Die Pietà aus Marienberg erinnert uns: Maria kennt den Schmerz. Und sie kennt das, was danach kommt. Sie führt uns nicht um die Dunkelheit herum – sie geht mit uns hindurch, zum Licht.

Vertrauen wir ihr diesen Weg an. Besonders in dieser Woche.

„Selig, die Leid tragen – denn sie werden getröstet werden." (Mt 5,4)

Eine gesegnete Karwoche und ein frohes, hoffnungsvolles Osterfest
wünscht die Gemeinschaft von Mariabuchen.

Die Patres aus Mariabuchen, die Kirchenverwaltung und die Mitarbeiter im Wallfahrtswerk Mariabuchen e.V.



Leitgedanke des Jahres: Maria führe uns zum Licht!