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Unterwegs

ÜBER GLAUBEN UND MIßTRAUEN

Impuls zur Fastenzeit
In einem mehrstöckigen Haus brach eines Tages Feuer aus. Alle konnten rechtzeitig aus der Flammenhölle gerettet werden, bis auf Klein-David im zweiten Stock; er wurde übersehen. Von Feuer umgeben, das jeden Fluchtweg versperrte, stieg Klein-David auf den Fensterrand, sah nur Rauch und begann, um Hilfe zu schreien. Sein Papa stand unten auf der Straße und hörte ihn. In jedem Moment würde das Haus einstürzen. So rief der Papa, so laut er konnte: "Schnell David, schnell spring! Spring David! Spring!" -

"Aber Papa, ich sehe dich nicht!"

Jeden Tag tritt unser Gott persönlich an uns heran und unterbreitet uns ein Liebesangebot: "Lieber Mensch, um dich brennt es. Komm, bete, sprich mit mir, erzähle mir deine Sorgen, laß dich von mir heilen, laß dich von mir erlösen, befreien, in die Freiheit der Kinder Gottes führen, überlasse dich mir ganz, reserviere nichts für dich, komm, vertrau mir, ich lasse dich niemals im Stich, ich bin dein Gott! Ich liebe dich so wie niemand sonst auf der Welt."
"Aber Herr, mein Gott, es wird dich schon geben, und ich brauche dich auch: irgendwie, aber ich sehe dich nicht.
Was ist, wenn es dich letztlich doch nicht gibt? Und außerdem, ich kann nicht glauben, daß du soo viel mit meinem persönlichen, eigenen Leben zu tun haben willst, daß du in meinem eigenen persönlichen Leben mitmischen willst. Weißt du Gott, wenn du mir jetzt wirklich zuhörst, eigentlich paßt es mir so, wie es jetzt ist. Wer weiß, was du noch alles mit mir vorhast. Nein danke, lieber nicht! Ich fürchte, daß ich mein Leben grundlegend ändern müßte, würde ich mich mehr auf dich einlassen. Nein Herr, tut mir leid, aber alles, was recht ist: Du bekommst von mir jene festgelegten Zeiten, die ich für dich seit Jahren reserviert habe, aber mehr, tut mir leid, ist einfach nicht drin".
"Aber, lieber Mensch, was machst du ohne mich, ich will doch helfen, daß die Flammen dich nicht verbrennen, ich möchte deine Wunden heilen, ich will dich nicht verbrennen sehen; ich sehne mich danach, dir jenen Frieden zu schenken, den du bisher nie erfahren hast, vertraue dich mir ganz an; und alles andere, was du brauchst, wird dir dazugeschenkt werden. Glaube! Mißtraue nicht! Vertraue mir, deinem Gott!"
"Ach Gott, wenn ich doch wüßte, was tun? Ich spür es ja, daß ich dich brauche, Gott, aber ich weiß nicht recht! Ich sehe nur Rauch, sonst nichts!"
"Selig, die nicht sehen, und doch glauben. Komm Mensch, ich liebe dich, spring, spring um dein Leben, vertrau es mir an, spring in meine starken, schützenden, zarten Arme; ich sehe dich; ich fange dich auf; doch spring, bitte spring! Tu' s wenigstens für dich! Spring!"

Werde ich meine inneren Widerstände überwinden können? Werde ich es schaffen, mich durch ihn, meinem Gott, von all meinen Ängsten, Zweifeln und Sorgen, von meinem Mißtrauen, befreien zu lassen? Werde ich mich ihm, meinem Heiland und Erlöser, im Glauben ganz anvertrauen können? Werde ich es schaffen, mich aus dem brennenden Gebäude der Sünde um mich herum und in mir in seine erlösenden Arme zu stürzen: nicht nur jetzt sofort in der Eucharistiefeier, sondern heute, morgen, übermorgen, und dann alle Tage meines Lebens? Werde ich DAS Abenteuer meines Lebens mit meinem Gott riskieren?

Ach, übrigens: Der Papa in der anfangserwähnten Geschichte hat Klein David versichert, daß er ihn trotz des Rauches und des Feuers sieht und daß er springen soll, wenn er gerettet werden will. Der Papa werde ihn auffangen.
Klein-David hatte furchtbare Angst, Angst, auf dem harten Asphalt zu landen, Todesangst. Doch er nahm all seinen Mut zusammen, schloß seine Augen und sprang. Der Glaube und das Vertrauen Klein-Davids waren stärker als Mißtrauen und Angst. Er glaubte daran, er vertraute darauf, daß der Papa ihn sieht und daß er ihn auffangen wird. Und so geschah es wirklich: Die beiden umarmten sich und liebten sich mehr als je zuvor.
-Das Haus aber stürzte einige Minuten später ein.

BIN ICH KLEIN-DAVID?

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